Dies ist die Kolumne "Highlights der Woche". Auch an mir geht viel vorbei, die Zeit ist halt sehr schnelllebig und man hat ja auch noch andere Sachen zu tun. Deshalb will ich mal versuchen, eine Serie zu etablieren, die die vegane Woche zusammenfasst. Vielleicht auch der eine oder andere Kommentar dazu, denn dies ist eine Kolumne. Das bedeutet, ich teile euch hier meine ganz persönliche Meinung mit. Bitte übernehmt diese nicht, sondern prüft die Quellen und macht euch eure eigenen Gedanken zum Thema. 

Eltern ernähren ihr Baby vegan, jetzt droht ihnen Knast

Berliner Kurier (ua)

Das einzig bemerkenswerte an dieser Meldung ist natürlich die eigentliche Message der Meldung, die von vielen Medien verbreitet wurde: Vegane Ernärung ist ungesund! Denn wenn Babys im Spiel sind, wird die Diskussion emotional, es schalten sich viele Hirne aus und gehen in den Selbsterhaltungsmodus.

Dass eine Mangelernährung speziell in dem Alter gefährlich ist, kann wohl niemand bestreiten. Was das jetzt aber mit Vegan zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Spitze ist auch der verlinkte Artikel:

Wie schädlich ist vegane Ernährung für Kinder?

Berliner Kurier

Der Artikel fängt schon gut an: „Wer sich vegan – also fleischlos und rein pflanzlich – ernährt, braucht gute Ideen, um sich trotzdem ausgewogen zu ernähren.“ Ganz ehrlich, wer verbindet denn Fleisch etc mit ausgewogener Ernährung? Sind das die, die nur ganz wenig Fleisch essen, Bio wenn überhaupt?

Der Arzt Josef Kahl sagt, durch vegane Ernährung entstehen Mängel bei Vitamin B und Eisen. Vielleicht können wir ja mal kurz Beispielhaft über den Eisengehalt von Lebensmitteln reden: Rindfleisch: 2,1mg/100g, Schweinefleisch: 1,4mg/100g, Kürbiskerne 11,2mg/100g, Tofu 5,4mg/100g. Kürbiskerne und Tofu lassen sich vielfältig in den Speiseplan integrieren, ich selbst tue das fast täglich. Vitamin B12 ist natürlich eine ganz andere Geschichte, denn B12 wird im Darm von lebenden Bakterien produziert, kann also nicht durch den verzehr von gewaschenem Gemüse aus dem Supermarkt aufgenommen werden. Das weiß aber jeder, der sich mit Ernährung insgesamt beschäftigt.

Christian Vagedes scheint dagegen zu halten, aber ich will dieses weitere Glanzstück Journalistischer Kunst nicht weiter auseinandernehmen. Warte, eines noch: bebildert wird der Artikel in der Mitte mit einem Kind, das lustlos vor einem Teller Gemüse sitzt. Oh mein Gott, das arme Kind! Gebt ihr doch was zum Essen!

Bitte, wie gehabt: Nichts glauben, alles prüfen!

Veganer Staudenschmaus

Spiegel

Mal was erfreuliches nach so viel Blödsinn: ein veganes Rezept für lecker Nachtisch. Bitte nachmachen und dann berichten 🙂

Wasser in Dosen bekommt brutale Metal-Werbung

Metal Hammer

Zitat: „Wenn man darüber nachdenkt, macht es Sinn – alles, was Metal und Punk ist, ist extrem. Vegan zu sein ist extrem. Gegen die Entwaldung zu protestieren ist extrem. Es gibt mehr Veganer auf einer Heavy Metal-Show als auf einer Taylor Swift-Show.“ Einfach geil 🙂

Klimaschutz: Künast hält Umstellung auf vegane und vegetarische Ernährung für unausweichlich

Epoch Times

Man mag ja von der Epoch Times halten, was man will. Ich glaube, ich habe da auch mal einen Artikel über die flache Erde gesehen, aber ich kann mich täuschen… Aber Recht hat sie, die Künast.

Die Männlichkeit steht auf dem Spiel

Badische Zeitung

Auch ganz nett, der Artikel geht eher auf den emotionalen Aspekt des Veganismus ein – bzw diesmal auf den der Antiveganer und solcher, die es mal werden wollen. Ganz generell halte ich die These für stabil, bestätigen doch meine täglichen Begegnungen mit „ganz normalen Leuten“, dass das Gespräch früher oder später auf die Ernährung kommt – sogar wenn ich klarmache, dass ich nicht darüber sprechen will. Der nächste Punkt, dass hauptsächlich der männliche Teil der Bevölkerung ernährungstechnisch im letzten Jahrtausend hängengeblieben ist und dort seine Identifikation sucht, stimmt ebenfalls. Jedenfalls habe ich mit weiblichen Gesprächspartnern die ruhigeren und angenehmeren Gespräche über das vegane Leben als mit Männern.

Paradoxerweise wird es dort eher emotional und ich habe das Gefühl, dass ich mein Gegenüber irgendwie angegriffen habe und dieser sich reflexartig verteidigt. Was nicht der Fall ist, ganz nebenbei. Ich gehe dann normalerweise davon aus, dass das Streitgespräch eigentlich gar nicht mit mir stattfindet, sondern dieser Jemand seine Lebensweise vor sich selbst rechtfertigt. Mir selbst ist das gleich, werdet klug oder lasst es – nur lasst mich damit in Ruhe. Ich brauche eure Begründung für Fleischkonsum nicht, ich gebe euch auch nicht meine für die vegane Ernährung. Es sei denn, jemand fragt und bestätigt mit „Ja, ich bin sicher“.

Ernährung ohne tierische Produkte: Wie (un-)gesund vegan ist

Tiroler Tageszeitung

Ich kann nichts zur Tiroler Tageszeitung und ihrer Reputation im ganzen Sagen, die Recherche dazu überlasse ich gerne euch. Normalerweise hätte ich diesen Artikel auch nach fünf Sekunden als einseitigen Blödsinn abgestempelt und ignoriert, aber dann dachte ich, genau dafür ist diese Kolumne ja eigentlich da…

Also, fangen wir mal an: Der Artikel fängt an wie erwartet und baut eine negative Basis auf, indem von Dingen wie Verzicht und Gesundheitsproblemen gesprochen wird. Dann kommt natürlich auch ein Arzt zu Wort und erklärt, dass eine vegane Ernährung sehr schwierig ist, weil man sich Wissen über Ernährung aneignen muss. Dann dreht sich die Stimmung etwas, es wird auf Abwechslung hingewiesen und darauf, dass eine vegane Ernährung im Schnitt für eine bessere Versorgung mit Ballaststoffen, Vitaminen etc sorgt.

Dann kommt der Knackpunkt, auf den der Artikel in einem halben Satz eingeht (aber immerhin…): Der Aufhänger, die Basis des Artikels – die aufgeführten Menschen, die krank wurden und daraufhin die vegane Lebensweise aufgegeben haben, waren häufig einfachn Spinner. Über Yovana Mendoza hatte ich ja schonmal was geschrieben. David Banana weiß hier einige Dinge über Tim Shieff zu berichten (ich habe nur mal schnell nach der flachen Erde gesucht und wurde fündig). Bei Bonny Rebecca scheint der Fall etwas anders zu liegen, es gibt auch schon einige Reaktionsvideos zu dem Thema, nur zum Beispiel von Lichtblick und Mic the Vegan. Ich habe mir ihr Video nicht komplett angetan, nur grob durchgeschaut. Es scheint ein komplizierter Fall zu sein, allerdings sagt sie einige Dinge, die nicht zusammenpassen und lässt auch einige Fragen offen.

Kondome: Diese 3 Marken sind vegan und tierversuchsfrei

Peta

Aber kommen wir wieder zu etwas erfreulichem: fröhliches Pimpern!

Mehr als nur Ballwechsel beim Neckar-Cup am Trappensee

stimme

Sport, Tennis, große Veranstaltung, Bla Bla Bla. Dann was interessantes:

„Was haben wir heute im Angebot?“, fragt Tom Bucher, Mitorganisator des Turniers. „Schupfnudelpfanne und Hähnchen süß-sauer mit Glasnudeln“, sagt Silvio Wiegleb hinter der Essensausgabe. Er ergänzt: „Die Glasnudeln sind vegan.“ Denn das fällt ihm auf: So viele vegan essende Spieler wie in diesem Jahr gab es beim Neckar-Cup noch nie. „Einige wollen am liebsten immer nur Reis und Kartoffeln.“

So viele Veganer gab es noch nie, das freut mich. „Die wollen immer nur Reis und Kartoffeln“. Ja… Ich war auch schon auf Veranstaltungen, da habe ich den ganzen Abend trockene Kartoffeln gegessen. Woran das jetzt wohl liegt?

Kinder sind 3 und 5 Jahre alt: Martina ernährt ihre Kinder vegan: „Mangel kompensiere ich mit Lutschtabletten und Zahnpasta“

focus

Hier mal quasi das Gegenbeispiel zu den Horrormeldungen, in denen es um unterernährte Kinder geht, die unter gesundheitlichen Folgen zu leiden haben. Generell scheint es so, dass Ärzte und Ernährungsspezialisten von der veganen Ernährung abraten, weil wir dann die mit vielen Zusatzstoffen supplementierten tierischen Produkte weglassen. Das bedeutet im Klartext, Veganer übernehmen die Kontrolle über ihre Ernährung und Informieren sich mehr als andere. Streicht jemand die tierischen Produkte und damit auch die von den Produzenten zugesetzten Nährstoffe von seinem Speisenplan, muss dieser Jemand sich natürlich mit Ernährung auseinandersetzen und darüber nachdenken, was er denn nun zu sich nimmt und für ausreichend Abwechslung sorgen. Bumm. Überraschung. Damit hat jetzt niemand gerechnet.

5 Tages Online-Training | Vegan kochen lernen vom Profi

vegan masterclass

Klingt doch ganz gut soweit, vielleicht ist das was für den einen oder anderen. Kleinigkeiten wie Dips, Majo etc selber herzustellen ist vielleicht nicht die schlechteste Idee, wenn man auf industriell gefertigte Produkte verzichten möchte.

Neu und doch wie zuvor

tageblatt

Eine lustige kleine Anekdote, wie sie vegan lebende Menschen fast täglich erleben. Passt der Kommentar weiter oben dazu, dass Veganer sich einfach mehr mit der Ernährung beschäftigen. Zwangsläufig halt.