Insgesamt kann man unseren Zustand nach dem 4. veganen Sommerfest wohl so beschreiben: glücklich und kaputt. Alle haben Sonnenbrände davon getragen, alle haben an diesem und den Tagen und Wochen davor hart für das gemeinsame Ziel gearbeitet. Das Feedback von Besuchern und Ausstellern war wieder wie erhofft: klein, aber fein.

Von Besuchern hören wir, dass sie stressfreie und glückliche Stunden verbracht haben, mit tollen Gesprächen und stöbern durch Neuheiten und Bekanntes. Die Aussteller berichten uns, dass sie tatsächlich nicht wegen des Umsatzes bei uns sind, sondern einfach die entspannte Atmosphäre genießen. Die vielen netten Gespräche mit Besuchern, das Miteinander und die Gemeinschaft, die man überall spürt. Das freut uns natürlich sehr, denn genau das ist ja unser Ziel für den Tag: ein entspanntes Familienfest ohne Zwänge und Sorgen. Ein Fest, auf dem man seine Kinder durch den Rasensprenger toben lassen kann, weil noch genug gleichaltrige Kinder da sind, die das gleiche tun.

Was mir persönlich noch sehr als Verbesserungspotential am Herzen liegt, ist das Bring Your Own. Wir bieten ja keinerlei Einweg Geschirr an, weder Plastik noch Pappe. Auch die Aussteller sind dazu angehalten, das so zu handhaben. Warum? Weil wir etwas für die Umwelt tun wollen und weil es schlicht nicht nötig ist. Jeder kann sich einfach handliches Besteck und Geschirr mitbringen und dann an der Spülstation abwaschen – beliebig oft. Das ist wesentlich ökologischer als für jeden Verzehr Müll zu produzieren. Leider ist das so bei vielen Besuchern noch nicht angekommen, vielleicht braucht das mal eine eigene Werbeinitiative.

Lobend erwähnen wollen wir auch das KAW (Kulturausbesserungswerk), ohne das unser Fest in dieser Form nicht möglich wäre. Wir hatten viele Helfer, bekommen die Räume und nicht zuletzt Strom und Wasser. Wir leihen uns die Zelte, Stühle, usw. Ganz wichtig natürlich auch die Gektränkeausgabe mit großem Kühlraum. An dieser Stelle: Danke dafür und auf weitere gute Zusammenarbeit!

Und nun noch kurz Werbung in eigener Sache: wir organisieren und informieren sehr viel über unsere Facebook Seite. Seid so gut und lasst uns einen Like da, das motiviert unglaublich 🙂

 

 

Vorbereitungen

Ich muss sagen, wir haben viel aus dem Sommerfest letztes Jahr gelernt. Natürlich gibt es immer noch Luft nach oben und zwar an allen Ecken und Kanten. Aber die Kommunikation zu den Ausstellern ist besser geworden, ebenso die Kommunikation in der Gruppe. Allem voran aber gibt es diese neue Webseite und die dazugehörigen Facebook Seite und natürlich Instagram.

Andere Dinge wiederum wurden für gut befunden, haben sich bewährt und wurden beibehalten. So zum Beispiel haben einige ihre Nische gefunden und es hat sich schon eine kleine Routine eingespielt – nach nur zwei Festen. Einige können halt besser Zelte aufbauen als andere, was aber auch Übung braucht. Andere sind als Kontaktperson vor Ort prädestiniert und wieder andere haben das große Ganze im Blick. Ja, inzwischen ergänzen wir uns wirklich gut.

 

 

Aussteller

Als Aussteller haben wir uns wieder eher kleine Betriebe und Kooperationen gewünscht und bekommen. Ein Grund dafür ist, dass wir ja keinen Markt veranstalten, sondern ein Familienfest. Dabei stehen ökologische, nachhaltige und natürlich auch kreative Gesichtspunkte im Vordergrund. Ein weiterer Grund ist natürlich offensichtlich auch, dass der uns zur Verfügung stehende Platz eher begrenzt ist und wir flächenmäßig nicht wachsen können und wollen.

 

 

So sind wir also weiterhin sehr glücklich mit der Auswahl an Ausstellern, die auf unser kleines Fest kommen wollen. Alles wunderbare nette Menschen, die immer für ein Schwätzchen und interessanten Austauch zu haben sind. Viele Menschen, die wir immer wieder sehen und uns sehr darüber freuen, wie z. B. Chance 2 change e.V., die Dattelmanufaktur und die Fachhochschule des Mittelstandes. Darüber hinaus natürlich auch vertreten, mit tollen Produkten wie Schuhen von Shoezuu oder den Pflegeprodukten von Ringana und es gibt auch immer liebenswerte Kleinigkeiten und Details. So habe ich mir auf diesem Fest einen Gürtel aus Fahrradschlauch von Tanz auf Ruinen gegönnt, der erstaunlich gut sitzt und hält. Zu den Ausstellern gehört natürlich, wie jedes Jahr, auch der Foodtruck von Las Vegans, der wieder gut zu tun hatte, sein gesundes und natürlich veganes Fastfood unter die Leute zu bringen. Ich nenne das absichtlich Fastfood, denn dieses Jahr gab es als Alternative eine leckere Reispfanne von Polsprung, neben dem Obst und Kuchen von LeVegan. Dabei möchte ich auch den Tierschutzhof Ruhrtal erwähnen, der von Winfried (Las Vegans) und Freunden betrieben wird und immer Hilfe braucht. Schaut mal vorbei!

Sehr gefreut haben wir uns auch auf die vielen tollen neuen Aussteller, die zum ersten Mal (und hoffentlich noch viele weitere Male) bei uns waren und eine echte Bereicherung boten, wie z. B. Vegablum (die fleißigen Blümchen), Róka-fair clothing, die Flauschmenschen e.V., AKAL-Food, Foodsharing, LichtBlick, Free Animal e.V., die Tierbefreier e.V. (herzlichen Dank nochmal für die tollen Aufsteller), Fresh Green Vibes und ARIWA. An unserem Stand waren mit dabei  Sabine vom Lebenshof Auenland und Linus von Erika and Friends , was wir wunderbar fanden. Ein großes fettes Dankeschön an euch alle! Zum ersten Mal war auch die Finca Limonar bei uns, ein Restaurant aus Leverkusen, das u. a. geniales veganes Essen (grüne Karte) anbietet und nun auch ein veganes Catering.

 

Vorträge

Eine Erweiterung dieses Jahr war das Vortragsprogramm mit einem breiten Spektrum an Themen. Ernährung war natürlich ein ganz großes Thema, vertreten mit „regionalen Superfoods“ von Dirk Meyer und Foodsharing von Katharina Linke. Zur veganen Lebensweise gehört für viele natürlich nicht nur der Verzicht auf tierische Produkte, sondern noch viele weitere Aspekte. Deshalb hat Tessa Schlick uns einiges über den gewaltfreien Widerstand erzählt, wie man die vegane Idee vernünftig weitertragen und Konflikte vermeiden/beilegen kann. In dieselbe Kerbe schlug Dennis, der uns viel über den Aktivismus erzählt hat.

Vor dem Haus hat es eine interessante Künstlerperformance gegeben, die das Thema „Erster Eindruck“ behandelt hat. Es ist schon sehr interessant zu sehen, wie jeder so seine eigene Sichtweise hat und wie unterschiedlich manche Dinge gedeutet werden. Zumindest mir hat diese Aktion ins Gedächtnis gerufen, dass man seine eigene Haltung sowie Meinung öfter mal hinterfragen und nicht von sich auf andere schließen sollte.

 

 

Musik

Dieses Jahr war auch wieder Musik dabei, diesmal von Seppel & Sandro, die ebenfalls vom KAW Team kommen. Ich muss ja ganz ehrlich sagen, dass ich etwas sehr punkiges/raues erwartet habe, aber dann kam größtenteils eher familientaugliche, angenehme Musik. Ich war schlicht begeistert und bin im Takt der Musik wippend meine Runden gelaufen. Einfach großartig die beiden! Vielleicht können wir sie ja nochmal überreden, uns mit Musik zu beehren. Nach eigener Aussage bilden die beiden eine sehr neue Kombo und wollen in der nächsten Zeit mehr Stücke schreiben und einstudieren. Wir würden uns natürlich freuen, das steht fest.

 

 

Familie

Wie schon erwähnt, veranstalten wir hier keinen Markt auf dem es in erster Linie um den Verkauf geht. Vielmehr geht es uns darum, einen Tag voller Entspannung, Gesprächen, Austausch und Informationen zu gestalten. Dazu gehört es natürlich, dass alles sehr locker abläuft und möglichst wenig reguliert wird. Die Aussteller sind entsprechend ausgewählt und wissen auch, dass da nicht das große Geld zu holen ist. Vielmehr hat sich unser kleines Sommerfest als Austauschknotenpunkt etabliert. Es geht darum, sich in der Szene kennen zu lernen, die Konkurrenz hinter sich zu lassen und das gemeinsame zu entdecken. Sich gegenseitig zu informieren und ganz nebenbei einen entspannten Tag zu haben.

 

 

Video

Prominenz hatten wir natürlich auch, Flo Hillen war bei uns und hat einen Videobericht erstellt. Darin könnt ihr viele Eindrücke erleben und die vielen Interviews sehen, die der gute Flo geführt hat. Klar, dass man als ungeübter Interviewter schon mal nach Worten sucht, aber sowas braucht natürlich auch Zeit und Übung 🙂

 

 

Fazit

Wie man meiner wenig emotionalen Schreibweise sicher gut entnehmen kann, sind wir einfach nur begeistert und surfen immer noch auf der „Endorphinwelle“. Wir freuen uns sehr, dass wir regelmäßig wiederkehrende und auch neue Aussteller haben, genauso wie wir uns über viele wiederkehrende und neue Besucher freuen. Zwar steht die Entscheidung erst zu 99% fest, aber ich glaube, das nächste Sommerfest wird sicher stattfinden. Es wäre einfach zu schade, diese beginnende Tradition nicht fortzuführen.